Den Klimawandel ganzheitlich betrachten
- Michi
- 22. März
- 2 Min. Lesezeit
Seit meiner Schulzeit begleitet mich das Thema Klimawandel. Als Geograph habe ich mich wissenschaftlich damit auseinandergesetzt, aber mehr noch spüre ich den Schmerz von Mutter Erde. Ich sehe, was wir ihr antun – und das jeden Tag. Dafür brauche ich keine Studien, keine Statistiken. Es ist offensichtlich.
Was mich jedoch stört, ist dieser CO₂-Reduktionismus. Die Idee, dass sich die hochkomplexe Thematik des Klimawandels auf eine einzige Zahl, eine einzige Ursache, einen einzigen „Schuldigen“ herunterbrechen lässt. Natürlich spielt CO₂ eine Rolle – keine Frage. Aber ist es wirklich die eine Lösung, den CO₂-Ausstoß zu senken, während wir weiterhin Regenwälder abholzen, Böden versiegeln, Monokulturen betreiben, Flüsse begradigen und das natürliche Gleichgewicht an allen Ecken und Enden zerstören?
Ein reduktionistischer Blick auf ein komplexes Problem
Charles Eisenstein schreibt in Wut, Mut, Liebe treffend über diese Vereinfachungen. Ein System, das so komplex ist wie unser Klima, braucht eine ganzheitliche Betrachtung. Wir sollten nicht nur den Fokus auf CO₂ legen, sondern das große Ganze sehen: den Boden unter unseren Füßen, die Wälder, die uns mit Sauerstoff versorgen, die Artenvielfalt, die unser Ökosystem stabil hält.
Ein gesunder Boden speichert CO₂. Gesunde Wälder regulieren das Klima. Intakte Ökosysteme wirken ausgleichend. Aber wenn wir weiterhin auf Reduktionismus setzen, laufen wir Gefahr, Symptome zu bekämpfen, anstatt die Ursachen zu verstehen.
Was wirklich zählt
Für mich geht es nicht darum, Klimawandel zu „leugnen“ oder an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu zweifeln. Ganz im Gegenteil. Aber ich weigere mich, in einer so essenziellen Debatte nur einen Bruchteil des Problems zu sehen. Wir brauchen nicht nur technische Lösungen und CO₂-Bilanzen, sondern einen Wandel in unserer gesamten Beziehung zur Natur.
LIEBEVOLL VERWILDERN – das heißt für mich, wieder zu erkennen, dass wir Teil dieser Erde sind. Dass wir nicht nur „reduzieren“, sondern regenerieren müssen. Wälder aufforsten, Böden wiederbeleben, Flächen entsiegeln, Vielfalt zulassen. Das bedeutet für mich Klimaschutz. Nicht nur mit Zahlen, sondern mit echtem, tiefem Verständnis für die Erde, die uns trägt.
Comments